Saturday, January 21, 2012

Vortrag auf Wittgenstein-Tagung in Budapest



Vortrag am 24 Februar 2012 im Österreichischen Kulturforum in Budapest:

„...Etwas Autobiographie könnte nicht schaden...“:
Wittgenstein – eine Einheit von Werk und Leben?

„…Egy kis önéletrajz nem árthat…“:
Wittgenstein – élet és mű egysége?“

Sunday, May 22, 2011

Das Familiengedächtnis der Wittgensteins




Welche Rolle spielen die »Familienerinnerungen« von Ludwig Wittgensteins Schwester Hermine bei der Entwicklung des Wittgenstein'schen Familiengedächtnisses? Die Studie geht den Konstruktionsprinzipien von Erzählung, Erinnerung und Identität nach, zeigt die mitunter dramatischen Wechselwirkungen zwischen Autobiographie und Familiengedächtnis und die Verschränkungen von Texten von bzw. über Ludwig Wittgenstein. Ein Buch über die Relevanz Wittgensteins für die Kulturwissenschaft.

Sunday, July 19, 2009

'The making of ...' Genie: Wittgenstein & Mozart Biographien, ihre Mythen und wem sie nützen



Nicole L. Immler (Hrsg.)

'The making of ...' Genie: Wittgenstein & Mozart
Biographien, ihre Mythen und wem sie nützen

Kulturheroen verdanken ihre Popularität zum Teil jenem Kanonisierungsprozess, der in Gedenkjahren regelmäßig zelebriert wird. Ausgehend vom Mozartjahr 2006 stellen die Beiträge in diesem Band die Frage: Wie werden identifikationsstiftende ,Helden‘ zu solchen gemacht und welche Rolle spielt dabei das Label ,Genie‘? WissenschaftlerInnen, BiographInnen und RegisseurInnen – einige von ihnen haben am ,making of‘ der Bilder von Mozart und Wittgenstein in den letzten Jahren selbst mitgewirkt – reflektieren über Entstehungsprozess und Funktion von Biographien. Dabei wird interdisziplinär – aus philosophischer, musikwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher, medienwissenschaftlicher und historischer Perspektive – darüber nachgedacht, wie das Genre der Biographie in das Verfolgen persönlicher Erzählstrategien ebenso verwoben ist wie in gesellschaftliche Sehnsüchte und Gesetze des Marktes.

Mit Beiträgen von Thomas Ballhausen, Elisabeth Grossegger, Gernot Gruber, Øystein Hide/Ray Monk, Nicole L. Immler, Mathias Iven, Allan Janik, Christian Klein, Herbert Lachmayer, Elisabeth Leinfellner, Thomas Mießgang, M.A. Numminen, Kurt Palm, Klaus Puhl, Ferry Radax, Peter Stachel, Stefan Zahlmann, Werner Zillig.

Saturday, November 04, 2006

Konferenz 'The making of ...'


'The making of …' Genie / Mozart und Wittgenstein: Biographien, ihre Mythen und wem sie nützen

19. – 21. Oktober 2006 / Haus Wittgenstein (Bulgarisches Kulturinstitut) / Filmarchiv Austria, Wien

Friday, November 03, 2006

Konzept und Organisation

Nicole L. Immler
Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Östenreichische Akademie der Wissenschaften

Mission Statement: "Konzept Genie auf dem Prüfstand"
"Wien wirbt für das Mozartjahr 2006 „Wien feiert das Genie“ und nennt ihn das bekannteste Musikgenie aller Zeiten. Ludwig Wittgenstein gilt als „das philosophische Genie des 20. Jahrhunderts“ (Time-Magazin). Beide wurden bereits von ihren Zeitgenossen als Genies wahrgenommen. Diese Zuschreibung ist ein marktfähiges Label in der Diskussion um das ‚kulturelle Erbe‛ Wiens. Doch wie wurden diese identifikationsstiftenden Helden durch BiographInnen, FilmemacherInnen, WissenschaftlerInnen und KulturpolitikerInnen zu solchen gemacht? Welche Rolle spielt dabei die Kategorie „Genius“ – was meint diese, wer vergibt sie und wem dient sie? Fragen nach der Konstruktivität und Narrativität des Biographischen verbinden sich mit Fragen nach den Marketingstrategien, um die Biographieschreibung im Dienste gesellschaftlicher Anliegen deutlich machen."

Konzept und Programm:
http://www.oeaw.ac.at/kkt/archiv/work/w_20061021.pdf

Thursday, November 02, 2006

Konferenzbericht auf H-SOZ-KULT


Bericht von Deborah Holmes, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, Wien.

Wednesday, November 01, 2006

Konferenzbericht: Genialität für alle Fälle


Sabina Auckenthaler, Der Standard, 30.10.2006

Zwei österreichische Genies, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig Wittgenstein, waren Thema eines Symposions der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. "The Making of ... Genie" beschäftigte sich aber auch mit deren Vermarktung. Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig Wittgenstein: Das musikalische "Wunderkind" aus Salzburg wird als außergewöhnlicher Kindskopf beschrieben, dem Luxus und der Verschwendung nicht abgeneigt. Wittgenstein hingegen gilt als weit gehend humorfrei und wird häufig mit Attributen wie "tiefer Ernst" oder "Asket" bedacht. Gemeinsam ist den berühmten Österreichern, dass beide schon zu Lebzeiten als Genies galten und bis heute als solche gefeiert werden. Diese Verbindung nahm vergangenes Wochenende die Kommission für Kultur- und Theaterwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zum Anlass für die Tagung "The Making of ... Genie". Österreichische und deutsche Wissenschafter beschäftigten sich mit Fragen rund um die Biografien der beiden "großen" Männer und den Voraussetzungen bzw. der Vermarktung von "Genies".

Bei der Genese des Genies spielen Legenden eine wesentliche Rolle. Der Musikwissenschafter Manfred Permoser beleuchtete die Mystifizierung rund um Mozarts Tod, die nicht zuletzt von seiner Frau Constanze forciert wurde. Die Witwe verbreitete das Gerücht, der Musiker habe die Totenmesse für sich selbst geschrieben. Zudem lancierte sie geschickt den Verdacht, Mozart wäre vergiftet worden. Und auch wenn es bereits im frühen 19. Jahrhundert als wissenschaftlich gesichert galt, dass Mozart ohne Einwirkung von außen verstorben war, geisterten diverse Vergiftungsthesen lange durch Biografien und Presse und wurden von Belletristik und Filmwelt weitergesponnen. Dem Geniestatus Mozarts - auch über sein Wirken als Musiker hinaus - war das nur zuträglich, so Permoser.Deutlich wurde bei der Tagung auch, dass Mozarts Genialität in der hiesigen Wissenschaftsgemeinde nicht ohne Weiteres antastbar ist: als der Deutsche Werner Janssen, Philosoph und Intendant des Kultur- und Wissenschaftsfestivals "Euriade", in seinem Vortrag äußerte, er könne in Mozarts Briefen "absolut nichts Intellektuelles" finden, provozierte er damit starken Widerspruch. Janssen sieht die Briefe als Beleg, dass Mozart auch im Erwachsenenalter die Diskrepanz zwischen dem genialen Musiker und dem gehorsamen, einsamen Kind nie überwunden hat.Auch für den Geniestatus von Wittgenstein haben Legenden eine Rolle gespielt, wie Klaus Puhl von der Österreichischen Wittgensteingesellschaft ausführte. So seien eine Zeit lang Gerüchte kursiert, der Philosoph habe in Cambridge Vorlesungen auf dem Rücken liegend gehalten und er habe als Ziegenhirte in der Türkei gearbeitet. Wittgensteins Homosexualität wiederum bot der Nachwelt, ähnlich wie Mozarts Vorliebe für Fäkalausdrücke in seinen Briefen an seine Cousine, Stoff für zahlreiche Spekulationen. Gegen eine Verwendung des Namens des großen Denkers für die Elite-Universität, wie es eine Zeit lang im Gespräch war, hätte der Philosoph Puhl nichts einzuwenden gehabt.

Ganz anders sah dies der Innsbrucker Linguist Werner Zillig. Er kritisierte die Wissenschaftsvermarktung mithilfe des Namens Wittgensteins, sei es durch die Namensgebung einer Elite-Uni oder den vom FWF vergebenen Wittgenstein-Preis. Der mittlerweile so berühmte Name Wittgensteins werde hier einfach nur als modisches Label missbraucht. Kritik übte Zillig auch an der "Zersplitterung des Nachlasses von Wittgenstein" in sich zum Teil feindselig gegenüberstehenden Institutionen. Diese "Eifersüchteleien" seien der Qualität der Wittgenstein-Forschung abträglich.Abgesehen von diesen Einblicken in die Wissenschaftsgemeinde(n) bot die Tagung die Gelegenheit, Wittgenstein als Architekt kennen zu lernen. Das Haus Wittgenstein im dritten Wiener Bezirk, in dem die Tagung stattfand, war unter erheblicher planerischer Einflussnahme des Philosophen für seine Schwester erbaut worden. In den 70er-Jahren entging das Haus nur knapp einem Abbruch, "weil damals in Österreich kaum jemand Wittgenstein kannte," erläuterte Bernhard Leitner, Professor für Angewandte Kunst in Wien. Seinem Einsatz ist es auch maßgeblich zu verdanken, dass das Haus dann doch nicht abgerissen wurde.